Know Your Customer – Prinzip (KYC)

Bei dem Know Your Customer Prinzip handelt es sich um eine Vorgabe, die Banken und andere Finanzinstitutionen seit 2008 zwingend umsetzen müssen. Übersetzt werden kann dieses Motto mit „Lerne Deinen Kunden kennen“ und bedeutet, dass Unternehmen zumindest so viele Informationen zu einem Kunden ermitteln müssen, dass sie ausschließen können, dass dieser in Dinge wie Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung verwickelt ist. Grundlage hierfür ist das Geldwäschegesetz von 2008.

Seit 2008 sind Kreditinstitute mit Sitz in Europa dazu verpflichtet, sowohl von neuen Kunden als auch von Bestandskunden Daten zu ermitteln, die eine eindeutige Einschätzung dieser Personen bzw. der Unternehmen ermöglicht. Lange Zeit war es nämlich möglich, dass sehr einfach unter falschem Namen oder ohne genaue Angabe des Geschäftszwecks Bankkonten eröffnet werden konnten. So war es nicht besonders schwierig, die Herkunft von Geldern zu verschleiern oder aber mit Geldern auf den Konten der Bank illegale Geschäfte im Bereich Drogen oder Waffen zu finanzieren. Um die entsprechenden Möglichkeiten zu begrenzen, wurde den Banken nun vorgeschrieben, wichtige Informationen über ihre Kunden zu sammeln. Zunächst sind die Banken verpflichtet, die Identität ihrer Kunden genau zu ermitteln. Allerdings hatten sie dies auch schon vorher getan, da sie hier auch ein gewisses Eigeninteresse hatten. Die Regelung gilt allerdings nach wie vor nur für eine bestimmte Kundengruppe. Von diesem Prinzip ausgeschlossen sind ganz normale Kleinkunden. Dazu gehören alle Kunden, die ihr Konto für die Abwicklung von regulären und geläufigen Finanzgeschäften nutzen.

Bei einfachen Kunden wird daher, sofern es sich um natürliche Personen handelt, lediglich berufliche Tätigkeit sowie Zweck der Kontoeröffnung erfasst. Anders sieht es bei Personen aus, die eine wichtige politische Funktion (Personen in politisch exponierter Funktion) ausüben. Hier muss mindestens die aktuelle Funktion aber auch der Ort festgehalten werden, an dem die Tätigkeit ausgeübt wird. Noch einmal andere Voraussetzungen gelten, wenn es sich um eine sogenannte juristische Person handelt. Dies ist etwa bei Unternehmen oder Vereinen der Fall. Hier muss die Art der Gesellschaft genau erfasst werden. Weitere Informationen, zu deren Erhebungen ein Kreditinstitut bei einer Kontoeröffnung verpflichtet ist, sind Struktur der Institution, Anzahl der Mitglieder oder Beschäftigten, sowie insbesondere Ziel und Aufgaben des Unternehmens bzw. des Vereins. Auch Besitzverhältnisse und Informationen zur Wirtschaftlichkeit müssen zwingend erfasst werden. Erfasst werden des Weiteren die Daten von den Personen, die an der Erhebung der relevanten Daten mitwirken. Für die Erfassung der Daten gibt es Formulare. Alle Informationen werden in einem dafür vorgesehenen Dokument festgehalten.

Die Kreditinstitute sind per Gesetz zu diesem Vorgehen gezwungen. Sollten Sie sich nicht daran halten und ihre Kunden weniger intensiv prüfen, drohen mitunter empfindliche Strafen. Angefangen von Geldstrafen ist auch eine persönliche Haftung von verantwortlichen Mitarbeitern möglich. Im schlimmsten Fall kann eine Missachtung des YNC Prinzips auch dazu führen, dass einem Institut die Betriebszulassung entzogen wird. Abgesehen davon haben Kreditinstitute aber auch ein eigenes Interesse, sich für die Aktivitäten ihrer Kunden zu interessieren. Unkalkulierbar wäre etwa ein Reputationsverlust, sollte eine Bank in den Zusammenhang von Geldwäsche oder gar Terrorismusfinanzierung gerückt werden. Zwar haben sich die Bedingungen für Terroristen und Kriminelle mit den Gesetzen erschwert. Viele Akteure sind daraufhin aber in andere Regionen ausgewichen.

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